Triumph der Außenseiter bei der 59. Berlinale 17.02.2009
Der Gewinner des Goldenen Bären des 59. internationalen Filmfestivals Berlin steht fest: "La teta asustada", wörtlich übersetzt "Die erschrockene Brust" von Claudia Llosa aus Spanien erhielt die begehrte Trophäe. "The Milk of Sorrow" – so der Festivaltitel – gehörte so überhaupt nicht zu den Favoriten der Kritiker. Sie hatten das in Peru spielende Drama nicht unbedingt wohlwollend aufgenommen geschweige denn es als Bären-Kandidat in Betracht gezogen. Dabei gelingt Llosa mit ihrer Hauptdarstellerin Magaly Solier ein vielschichtiger Film über Vergangenheit und Gegenwart Perus. Im Zentrum steht eine rätselhafte Krankheit, die von während der Zeit des Terrorismus vergewaltigen Frauen durch die Muttermilch an ihre Kinder weitergegeben wird. Doch zugleich erzählt der Film vom Leben in den Slums von Lima, von der Kluft zwischen Arm und Reich. Daß die Symptome eines ständigen Zustandes der Angst weder auf die "Infizierten" noch auf die Unterschicht beschränkt ist, lernt Protagonistin Fausta während ihrer Arbeit für eine reiche weiße Familie. Deren Garten grenzt unmittelbar an einen Marktplatz – Armut und Reichtum bleiben lediglich durch ein dünnes automatisches Tor voneinander getrennt. Magaly Solier spielt die Hauptrolle mit schlafwandlerischer Sicherheit. Heimlicher Höhepunkt des Films ist der einzige minimale Anflug eines Lächelns beim Fernsehen, mit dem Faustas Ausbruch aus der Angst hinaus in die Freiheit beginnt. Ein Außenseiter mag den Goldenen Bären gewonnen haben, doch einer, der es verdient hat.
Demi Moore war mit ihrem jungen Ehemann Ashton Kutcher in Berlin unterwegs, denn sie hat im neuen Film des Regisseurs von "Teeth", Mitchell Liechtenstein, eine Hauptrolle übernommen. Gemeinsam mit Parker Posey spielt sie in "Happy Tears" eine der Töchter des an Demenz erkrankten Vaters. Wer Liechtensteins Erstling kennt, wird sich denken können, daß hierbei kein "Problemfilm" entstanden sein kann, sondern vielmehr eine mitunter groteske Komödie mit ernsten Untertönen. Im Wettbewerb konnte der Film nicht punkten, doch bescherte er den Festivalbesuchern kurzweilige 90 Minuten.
Die Weltpremiere von "Hilde", der Filmbiografie Hildegard Knefs, lief in der von Festivalleiter Dieter Koslick persönlich präsentierten "Spezial"-Reihe. Ein Platz im Wettbewerb wäre für das in der Hauptrolle von Heike Makatsch großartig gespielte, ansonsten jedoch eher schwache Biopic ohnehin übertrieben gewesen. Vor allem die biedere Inszenierung sowie das mühsam Lebensstationen abarbeitende Drehbuch, das jeglichen roten Faden vermissen ließ, stimmten ärgerlich. Die Stimmung bei der ausverkauften Weltpremiere im Friedrichsstadtpalast war dennoch gut (Foto rechts).
Moovienet Reloaded 17.02.2009
Ein Jahr ohne Aktualisierung mußte Moovienet dahinsiechen bevor endlich mal wieder Zeit da ist um sich hier um so manches zu kümmern. Zumindest die Startseite wurde jetzt von jeglichem veralteten Inhalt befreit, und hoffentlich kommt mir bald die zündende Idee, welche spannenden Inhalte ich für Euch in der knappen Zeit generieren kann. Solange dürft Ihr Euch natürlich im Kritikenarchiv austoben. |
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